Erstmalig in Nienburg präsentiert das Vokalensemble AckerPella aus Lindwedel und Umgebung sein aktuelles Programm unter der Überschrift „Schicksalsmelodien“. Wem dabei die Titelmelodie der Kinoschnulze „Love Story“ in den Sinn kommt, liegt nicht gänzlich falsch, findet aber genau diesen Ohrwurm nicht in der Programmfolge. Stattdessen lässt das singende Dutzend eine gut sortierte Mischung von Evergreens der Queens und Kings of Pop erklingen, mit einem Spannungsbogen von den späten 60ern bis zu den 10er Jahren dieses Jahrtausends. Diese Spreizung bietet gleichermaßen für Jung und jung Gebliebene viele Hits, die mit ganz bestimmten Lebensmomenten eng verknüpft sind.
Thematisch geht es um Erinnerungen an Vergangenes und Ausblick auf Zukünftiges, um Liebesfreud und Liebesleid, um Ausflüge nach Spanien, in die Karibik oder gar ins Weltall. Neben zahlreichen deutschsprachigen Stücken dominiert, wie in der Popmusik üblich, die englische Sprache. Textlich interessant wird es in einigen gekonnt ins Deutsche übersetzten Songs, denn manche im Publikum haben allzu oft nur eine ungenaue Vorstellung von der inhaltlichen Aussage vieler Hits.
Wenn andere Musiker Berge von Instrumenten auf die Bühne stellen, überzeugen die Vokal-Virtuosen von AckerPella allein mit der Kraft ihrer Stimmen. Begleitend kommt höchstens mal Fingerschnipsen oder rhythmisches Klatschen zum Einsatz. Ansonsten ertönen nur die ausgefeilten Arrangements in stimmlich wohlklingenden Harmonien. Wer meint, dass diese Beschränkung auf die Dauer langweilig werden könnte, hat noch kein Konzert dieser Gesangskünstler genossen. Jeder einzelne Titel überzeugt durch seine charakteristischen Eigenheiten und verzaubert mit unerhörten Klängen.
AckerPella wurde im Jahr 2004 anlässlich der 700-Jahrfeier der Gemeinde Lindwedel aus der Taufe gehoben. Nach vielen Umbesetzungen sind von der Anfangsgruppe immerhin noch zwei Singende dabei. Im ersten Jahrzehnt des Bestehens leitete Margarete Jobmann aus Schwarmstedt den kleinen, aber feinen Chor an und führte das Ensemble zu ansehnlicher Blüte. Seit 2015 fördert und fordert Volker Bublitz aus Großburgwedel die Choristen zu ihrer heutigen Klasse und steuert selbst verfasste Bearbeitungen in Form von vier- und fünfstimmigen Chorsätzen bei.
Für die eingeschworene Truppe bedeutet die abendliche Probe das Highlight der Woche. Mit großem Eifer und reichlich Gehirnschmalz erarbeiten sich die Stimmakrobaten auch schwierigste Passagen. Der Erfolg beim Publikum belohnt sie regelmäßig für ihre Leistung, schließlich ist doch der „Applaus das Brot des Künstlers“.
Das Konzert umfasst etwa zwei Stunden mit einer Pause.

